5. August 2016

Wir

Silke Lederbogen: Meine Eltern kommen aus der Landwirtschaft, mussten aber beide nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Güter im Osten Deutschlands verlassen. Besonders für meinen Vater waren Tiere aber nach wie vor, egal welcher beruflichen Beschäftigung er nachging, stets der Mittelpunkt seines Lebens. Von ihm haben wir unseren Hund Akira geerbt, den wir in gemeinsamer Arbeit vom Jagd- zum Therapiehund umgeschult haben. Auch seine Gänse, Hühner und Enten bzw. deren Nachfahren leben auf unserem Hof. Unsere Alpakaherde, die wir seit Ende 2012 aufgebaut haben, hat einen gegenwärtigen (April 2017) Stand von dreiunddreißig Tieren, für die wir eine Weidefläche von inzwischen fast fünf Hektar bewirtschaften. Auf Dauer wollen wir die Herde auf 80 bis 100 Tiere anwachsen lassen.

Für uns beide haben Tiere und das Thema Tiergestützte Arbeit eine sehr grundlegende persönliche Bedeutung. Ich, Georg Jungnitsch, habe Silke Lederbogen nur dadurch kennen gelernt. Ich habe ihre Bachelorarbeit die inzwischen als Buch erschienen ist betreut und sie auf diesem Hintergrund nach Abschluss ihres Studiums auch persönlich kennenlernen dürfen. Sie hat bei mir eine ganz alte Begeisterung für die Tiere wieder geweckt und gefördert. Im Alter von zwölf Jahren habe ich mit meinem ersten Schäferhund die Schutzhundeprüfung eins und zwei gemacht und dann auch immer Hunde gehabt. Ich – Silke Lederbogen – habe immer, sobald mir das möglich war auf unserem Anwesen, ausgehend von meiner landwirtschaftlichen Grundausbildung, Schafe gehalten – insgesamt über 20 Jahre lang. Tiere mussten aus meinem evangelischen Grundverständnis heraus für mich immer nützlich sein – Milch, Eier, Fleisch und Wolle liefern, durften aber niemals vernachlässigt werden. Die Sorge um das Tier war immer selbstverständlich, das gebietet mir mein Respekt vor allen Lebewesen. So haben es mir meine Eltern beigebracht.

Jetzt also haben wir uns neu gefunden – ich, Silke Lederbogen als ehemalige IT-Unternehmerin, EDV-Dozentin und Leiterin einer Volkshochschulaußenstelle und dann Sozialpädagogin und ich, Georg Jungnitsch, seit über 25 Jahren als Professor für Psychologie an der OTH Regensburg tätig, sehr dem naturwissenschaftlichen Zugang verbunden und zusätzlich seit fast 30 Jahren im psychotherapeutischen „Geschäft“ auf jeder Ebene tätig – Therapie, Ausbildung, Supervision und Selbsterfahrung.

Wir beide tragen nun einfach alle unsere Fähigkeiten und Fertigkeiten zusammen und so wie wir privat auch mit unserer Heirat im Dezember 2014 in ein neues Leben durchgestartet sind, so starten wir jetzt auch gemeinsam in ein neues berufliches Projekt durch.

Dieses Projekt ist vielgestaltig und beinhaltet drei Schwerpunktbereiche:

  • Die Alpakazucht „Lindforst Alpakas“ und die Vermarktung der daraus resultierenden Produkte
  • Das Fort- und Weiterbildungsinstitut ITIVV
  • Das Angebot diverser Kurse „rund um das Alpaka“ sowie zu Tiergestützten Interventionen

Wir verbinden unsere Erfahrungen und Kenntnisse in dem ganzen Ausbildungsbereich als Dozenten (Silke Lederbogen als langjährige VHS- und IHK – Dozentin, Georg Jungnitsch als Hochschullehrer und Ausbilder an diversen Psychotherapieinstituten) mit unserer Begeisterung und der Liebe zu Tieren. Wir wollen nicht nur wirksame Arbeit auf wissenschaftlicher Basis mit Menschen mit den unterschiedlichsten Entwicklungs- und Hilfebedürfnissen leisten sondern auch den Ansatz tiergestützter Interventionen über ein fundiertes Ausbildungsprogramm weiter verbreiten, entwickeln und fördern.

Meine, Silke Lederbogens landwirtschaftliche Grundausbildung auf einem Demeterhof bildet die Basis für die Bewirtschaftung unseres Hofes mit unserer Alpakazucht, für mich, Georg Jungnitsch, ein völliges Neuland was Anforderungen und Kenntnisse anbelangt. Mit den Schwielen und den krummen Fingern sind aber auch diese entstanden und haben sich verfestigt. So können wir unser Wissen und unsere Erfahrung mit der Zucht von Alpakas, deren Haltung und Pflege wie z.B. das Scheren und die Weidepflege, Interessenten für die Haltung von Alpakas weitergeben.

Darin sehen wir insgesamt unsere neuen Standpunkte, mit denen es uns möglich ist, die bestehenden beruflichen Hintergründe wie die Psychiatrische Klinik Mainkofen und die Ostbayrische Technische Hochschule gewinnbringend für beide Seiten damit zu vernetzen.

Im institutionellen Rahmen des Bezirksklinikums Mainkofen geht das schon einen sehr guten Weg (ich, Silke Lederbogen leite dort die Abteilung für TGI mit vielen Projekten link flyer Mainkofen) mit der Gründung des Instituts ITIVV setzen wir diesen für uns folgerichtig und konsequent fort. Auch an der OTH Regensburg werden zwischenzeitlich Angebote zu Tiergestützten Interventionen in der Sozialen Arbeit im Studienplan verankert.

Die große Resonanz auf die all unsere Aktivitäten stoßen, bestärken uns und geben uns die Motivation und Kraft für unsere Projekte. Wir danken all unseren Freunden, Bekannten, Kursteilnehmern und Kunden für ihr Vertrauen und ihre Unterstützung!